Wenn zusammen kreative Vielfalt Wirkung entfaltet - mit Claudia Zech und Norman Schulz

Shownotes

In dieser Folge des ThExCasts sind Informationsdesignerin Claudia Zech und Norman Schulz, Projektleiter der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK), zu Gast. Claudia erzählt, wie sie über ihre persönliche Entscheidung zu mehr Nachhaltigkeit zu ihrer heutigen Spezialisierung gefunden hat und damit heute komplexe Inhalte visuell verständlich vermittelt. Im Gespräch berichten Claudia und Norman davon, wie durch die Zusammenarbeit innerhalb der Kreativbranche – aber auch mit anderen Branchen – neue Denkräume entstehen und kreative Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickelt werden können. Dabei wird deutlich: Wenn unterschiedliche Spezialisierungen, Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen, entstehen Ideen, die mehr sind als die Summe ihrer Teile.

Du möchtest dich auch mit (anderen) Kreativschaffenden vernetzen und deine Perspektive einbringen? Dann bietet dir die THAK zwei spannende Möglichkeiten dazu:

Am 25. Juni 2026 bringt der branchentreff:kreativ die Thüringer Kreativbranche zusammen. Hier hast du viel Raum, um dich zu vernetzen und mit anderen Kreativen auszutauschen: https://thueringen-kreativ.de/event-post/branchentreff-kreativ-2026/

Im Rahmen des Cross Labs bringt die THAK Kreativschaffende mit anderen Branchen zusammen, um gemeinsam innovative Lösungen für unternehmerische Herausforderungen zu finden. Eine Bewerbung ist noch bis zum 01. August 2026 möglich: https://thueringen-kreativ.de/event-post/cross-lab-okt-2026/

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Transkript anzeigen

00:00:11: Hi, ich bin Julia und ihr hört den Textcast.

00:00:14: Heute sprechen wir über Spezialisierung und Netzwerke in der Kreativwirtschaft und darüber welche Rolle Kreative als TransformationspartnerInnen für Unternehmen anderer Branchen spielen können.

00:00:24: Ich freue mich auf unsere heutigen Gäste Claudia Zech Informationsdesignerin aus Erfurt mit klarer Positionierung am Markt und Norman Schulz Projektleiter der Thüringer Agentur für die Kreatifirtschaft.

00:00:35: Kurz

00:00:36: tag

00:00:36: herzlich willkommen.

00:00:37: schön dass Ihr da seid.

00:00:38: Hallo schön hier zu sein.

00:00:40: Ich freue mich auch.

00:00:41: Danke!

00:00:45: Claudia, wenn man online nach dir sucht findet man sofort Informationsdesign.

00:00:50: keine allgemeine Grafik, keine breite Agentur oder Full Service Angebot sondern sehr fokussiert.

00:00:56: warum gerade InformationsDesign?

00:00:58: Ja

00:00:58: das begann so schon im Studium.

00:01:00: wir hatten die Möglichkeit freie Projekte zu machen.

00:01:03: also ich habe ein Weimar studiert an der Bauhaus Uni und dass ist dort wirklich sehr frei gestaltet und dadurch überlegt man sich natürlich schon worauf hab' ich Lust Jetzt mich ein halbes Semester damit zu beschäftigen, wirklich intensiv reinzugehen.

00:01:16: Also Props ans Bauhaus.

00:01:18: Gute Sache um schon frühzeitig zu wissen was man möchte.

00:01:21: Und das begann so, dass das Thema Nachhaltigkeit für mich wichtig wurde.

00:01:25: Weil ich in der Zeit angefangen habe, mich vegan zu ernähren und damals war es noch nicht so etabliert vor fünfzehn Jahren und man hatte oft damit zu kämpfen, zu kommunizieren warum ich mich so ernähre welchen Einfluss das hat auf Tier-Mensch und Umwelt.

00:01:40: und dann wurde mir klar, dass ich als Kommunikationsdesignerin alle Tools an der Hand habe um derart komplexe Themen visuell unverständlich zu vermitteln Und durch das Medium der Ästhetik, also Design spielt ja trotzdem eine wichtige Rolle darauf aufmerksam zu machen.

00:01:56: Und mir ging es dann auch viel darum, dass nicht mit einem Fingerzeug zu vermitteln sondern mit einer Prise Humor und das schafft man über Bilder einfach sehr gut.

00:02:04: Ich wusste damals noch nicht, dass man diese Spezialisierung Informationsdesign nennt.

00:02:10: Das wurde bei uns im Studium NISU benannt.

00:02:12: Es ging denn auch weiter in der Masterzeit in Konstanz – das war ein bisschen Forschungsorientierter.

00:02:20: Da ging meine Abschussarbeit auch in diese Richtung.

00:02:23: und erst später, ich hab davon berichtet auf LinkedIn, schrieb mir eine Kollegin oder zukünftige Kollegin aus Leipzig.

00:02:32: Ach hallo Informationsdesignerinnen schön sich unter Kollegen zu treffen!

00:02:35: Und da kam mir das erste Mal dieses Wort runter und ich dachte so ja das passt total gut auf was ich bisher gemacht habe und es schließt auch diesen Werbebranche aus in der ich mich nicht wohl gefühlt habe.

00:02:47: Ja also für mich war Sinn vermitteln Auch den Endkunden mitnehmen und Bildung schaffen immer total wichtig.

00:02:53: Ah, okay!

00:02:54: Das heißt deine Spezialisierung hat sich schon relativ früh ergeben?

00:02:57: Aber so ein richtiges Wort dafür gab es dann erst bisschen später.

00:03:00: Genau das war magisch.

00:03:01: Ja super Und meinst du durch die Spezialisierung vielleicht auch was verloren zu haben oder eher mehr gewonnen zu haben?

00:03:13: Also ich weiß noch dass ich damals in der Gründungszeit oft morgens aufgewacht bin und dachte, was mache ich hier?

00:03:18: Wollen das die Leute überhaupt?

00:03:20: Werde ich gebraucht.

00:03:20: Also dieses Gefühl von wer weiß wie viel Arbeit ich hier reinstecke Und am Ende ist das alles für die Katz gewesen.

00:03:27: Das war schon beängstigend.

00:03:29: Aber zugleich kam auch schon währenddessen immer Aufträge rein Auch durch Nebenjobs, die ich im Studium hatte, das war sehr hilfreich Die mich dann gut über Wasser gehalten haben Und irgendwann funktionierte das ganz gut übers Empfehlungsmarketing.

00:03:42: Natürlich sollte gutes Design auch verkaufen können, aber in erster Linie ein Mehrwert für alle Beteiligten bieten.

00:03:49: Auch eben für die Endkunden und ich habe durch diese Spezialisierung nichts verloren.

00:03:54: Es kommen trotzdem immer noch klassische Grafikdesign-Anfragen auf mich zu.

00:04:01: Ich bin froh dass sich das einfach frei entscheiden kann weil die Nachfrage so groß ist.

00:04:05: Okay, alles klar.

00:04:08: Du hast eben schon kurz erzählt was das bedeutet Informationsdesignerin zu sein am Beispiel des Veganismus.

00:04:17: und hast du noch ein anderes Projekt an dem du uns das nochmal so ein bisschen greifbarer machen kannst mit dem Informations-Design?

00:04:23: Vielleicht etwas Aktuelles an den du gerade arbeitest oder...

00:04:25: Ja also was ganz Simples!

00:04:26: Was jeder kennt sind Infografiken.

00:04:28: Das sind ja aufbereitete Daten Und wenn man sich das vorstellt Man müsste das als Text wahrnehmen und lesen.

00:04:35: Unser Gehirn hätte wahnsinnig viel zu tun, weil Text einfach so viel schwerer zu verarbeiten ist.

00:04:40: also Bilder nehmen wir sechzigtausendmal schneller war Und was unser Gehirne aufnimmt an Reizen ist auch zu neunzig Prozent visuell und deshalb Ist es so sinnvoll Bilder einzusetzen und Infografiken bildhaft darzustellen anstatt Texte zu zeigen und dass man ganz einfach übersetzt in ein simples Projekt, das ich umgesetzt habe für die Bäckerei Bergmann.

00:05:03: Das ist eine sehr nachhaltige Bäckerei in Thüringen, die haben viele Filialen hier und ein Produkt ist das Thüringer Landbrot und wir haben dargestellt anhand einer großen Karte, die man überall in den Filialern findet diesen Weg der verschiedenen Hersteller- und Produktorte visuell dargestellt also wie eine Atlantkarte mit Produkten, mit Orten, also die Häuser Fabriken sind dort dargestellt und da kann man sich viel besser vorstellen.

00:05:32: Und zwar sehr schnell auch, wie groß oder wie klein die Abstände der Kilometer sind, die das Brot zurücklegt bis es in die Filialen hier kommt.

00:05:42: Ja!

00:05:43: Das heißt, kann ich mir das so vorstellen?

00:05:44: Ich komme als Kundin eine Bergerei-Filiale der Bergerei Bergmann und kann dort diese Übersicht sehen?

00:05:49: Genau also ist noch nicht in allen Filialern umgesetzt aber zum Beispiel im Erfurt, wo es gehobene Platz gibt, Sieben oder acht Standorten haben wir das Bild bisher platziert.

00:06:03: Dann frage ich mal dich Norman, ist diese Art der Spezialisierung eigentlich typisch für die Kreativwirtschaft?

00:06:08: Ja absolut!

00:06:09: Also kreativ Wirtschaft muss man sehen es eine sehr kleinteilige Branche über.

00:06:13: ninety-fünf Prozent der Unternehmen sind klein Kleinstunternehmen oft Einzelunternehmerinnen oder eben sehr kleine Teams und daraus ergibt sich fast automatisch eine klare Spezialisierung.

00:06:24: als Einzelunternehmer kann man eben nicht Experte für alles sein und deshalb entwickeln viele kreativ schaffende sehr präzise Profile, positionieren sich scharf suchen sich Nischen die sie wirklich ausfüllen können so wie Claudia eben im Informationsdesign auch zum Thema Nachhaltigkeit.

00:06:40: Und das spannende ist genau diese Kleinteiligkeit erzeugt eine enorme Vielfalt und gleichzeitig sehr viel Expertise in der Tiefe.

00:06:51: Genau das macht die Branche so stark, obwohl sie nach außen hin manchmal weniger sichtbar ist.

00:06:56: Gehört kreativwirtschaftlich längst zu den wichtigen Branchen auf die wir in Deutschland und natürlich auch hier in Thüringen zählen können und bauen können?

00:07:04: Ja gut und Claudia, das klingt für mich so als wenn deine Spezialisierung eher aus der inneren Überzeugung kam.

00:07:14: oder würdest du sagen es war auch ein bisschen wirtschaftliche Notwendigkeit dabei?

00:07:19: Es war auf jeden Fall eher eine innere Überzeugung, weil ich ja auch am Anfang diese Bedenken hatte ob sich das alles lohnt.

00:07:25: Und ich erinnere mich auch noch daran dass ich im Masterstudium am Ende mit einem Professor geredet habe und ihm gefragt hab ob er glaubt dass ich das schaffen kann mich nachhaltig zu positionieren wo es da so schwierig war damals noch Fuß zu fassen, weil es dort eben ökonomisch nicht sehr gut lief.

00:07:42: Sondern man immer darauf geguckt hat wo lässt sich möglichst viel Geld verdienen?

00:07:45: und er machte mir da auch wenig Hoffnung und sagte naja sie müssen auch ihre Familie ernähren denken Sie daran.

00:07:50: und dann war ich so ein bisschen gedrückt und dachte so ja ich sollte jetzt nicht zu naiv sein das habensleben funktioniert anders als das Studium.

00:08:00: aber ich werde das probieren.

00:08:01: Und die Sorge ist sicher auch berechtigt, wenn man zum Beispiel Teil einer typischen Design-Agentur ist.

00:08:06: Die sich nicht klar für Werte ausspricht sondern sämtliche Projekte annehmen muss damit sie ihre Mitarbeitenden gut bezahlen kann.

00:08:12: also ich denke da auch in den Agenturen ist es total wichtig diese Positionierung zu haben für diejenigen die sich dort bewerben wollen wenn sie nach ihren Werten arbeiten möchten.

00:08:22: Ja

00:08:23: okay und wenn du so klar positioniert bist Claudia denkst du es braucht dann eher Abgrenzung oder eher den Austausch mit anderen Kreativschaffenden.

00:08:32: Wie ist das bei dir?

00:08:33: Immer den Austausch, also ich wüsste auch gar nicht wie Abgrenzung helfen sollte.

00:08:38: im Austausche entstehen einfach die besten Ideen und jeder ist so individuell dass im Austauch oft eine Art Ideenping-Pung entsteht.

00:08:46: man wirft sich den Ball so zu und dann profitieren beide Seiten.

00:08:49: Das wäre allein gar nicht möglich.

00:08:51: Ja okay Und entstehen diese Kontakte eher zufällig oder über gezielte Begegnungen?

00:08:59: Die Kontakte haben sich schon recht früh ergeben durch Seminare und Workshops, die an denen ich teilgenommen habe hier im Text.

00:09:07: Im Zentrum für Existenzgründer.

00:09:09: das war wahnsinnig wertvoll.

00:09:10: also ich hab bestimmt zwanzig dreißig Veranstaltungen mitgenommen wo man auch diese Motivation der anderen selbstständigen feststellt.

00:09:18: und also das pusht wahnsinnig.

00:09:19: Man tauscht sich aus, man lernt ja auch andere Expertisen kennen die man selbst weiter empfehlen kann.

00:09:25: Also das ist ein wahnsinnigt gutes Netzwerk schon zum Beginn.

00:09:28: Dann gibt es die Veranstaltungen wo man direkt über einen Thema sprechen kann.

00:09:32: Das wurde für mich dann auch zunehmend wertvoller als ich gemerkt habe.

00:09:35: meine Zeit wird knapper.

00:09:37: Habe ich konkret geschaut wo sind die Veranstalten wo mein Thema besprochen wird weil ich da auf Leute treffe mit denen ich mich über meine Leidenschaft austauschen kann?

00:09:46: Ich habe dann auch nicht mehr jede Netzwerkveranstaltung mitgenommen, aber also man lernt mit seinen Aufgaben.

00:09:56: Und zu Beginn dachte ich, ich müsste möglichst viel Vertrieb machen auf solchen Veranstaltungen und meine Visitenkarten loswerden.

00:10:03: Aber da hab' ich ganz schnell festgestellt dass die besten Anknüpfungspunkte immer gemeinsam in Interesse sind und Leidenschaften für bestimmte Themen weil man sich auch so persönlich erkennen lernt und nebenbei zu guten... über gute Projekte sprechen kann und auch dazu kommt.

00:10:18: Ja,

00:10:19: und dann wird es meistens wahrscheinlich automatisch so, dass man dann auch weiter empfohlen wird.

00:10:24: Wenn man merkt da ist jemand der einem sympathisch ist, dann empfiehlt man den oder diejenigen wahrscheinlich auch gern weiter.

00:10:31: Genau einmal diesen Party aber auch dieses echte Interesse ein Thema wirklich zu bearbeiten.

00:10:37: Okay.

00:10:39: Das heißt woran merkst du das?

00:10:41: die Gespräche für dich wertvoll sind wenn du mit Branchenkolleginnen, Netzwerks oder auf einer gemeinsamen Veranstaltung ist.

00:10:49: Wertvolle Gespräche drehen sich in meiner Meinung nach immer um Lösungen oder man sucht gemeinsam Alternativen.

00:10:56: also gerade wenn es um Gesprächen mit KollegInnen geht dann reden wir ja über unsere Herausforderungen.

00:11:03: Also man tauscht sich aus, man wächst miteinander.

00:11:06: das ist ich habe noch nie hier in Thüringen Das Gefühl gehabt, dass das ein Konkurrenzdenken ist oder einen Ellenbogenkampf.

00:11:13: Sondern man guckt natürlich wo können wir das Beste für uns beide rausholen und eine Win-Win Situation schaffen?

00:11:19: Ja okay!

00:11:21: Du bist ja auch beim Branchen treff kreativ Detakt dabei gewesen und dieses Format ist bewusst offen angelegt.

00:11:26: Das heißt es gibt keine Vorträge oder Workshops.

00:11:30: kannst du kurz erzählen was dort stattdessen passiert wie du's erlebst?

00:11:33: Ja also da gehe ich immer hin wann immer mir das möglich ist weil das ne richtig gute wertvolle Veranstaltung.

00:11:39: Einerseits lernt man dort neue KollegInnen kennen und es ist auch immer gut, sich Aufträge hin- und herschieben zu können.

00:11:45: Für manche Anfragen bringe ich auch einfach nicht die passenden Expertise mit.

00:11:49: dann tut's gut.

00:11:50: Die richtige Person empfehlen zu können was ja wiederum eine Serviceleistung von meiner Seite aus ist, auch wenn ich vielleicht nichts davon habe.

00:11:57: aber das Win-Win für beide Seiten und auch so bleibt man im Gedächtnis und

00:12:03: abgeben

00:12:04: zu können ist auch wie gutes Karma.

00:12:06: Sehr schön gesagt!

00:12:07: Mittlerweile empfinde ich die Bronchentreffen auch wie eine Art großes Klassentreffen.

00:12:12: Man tauscht sich aus über Erfolge und Erfahrungen, und auch persönlich ist das Schweiß total zusammen – und das stärkt unsere Branche in Thüringen enorm!

00:12:20: Ja

00:12:21: super, das heißt viele alte Gesichter aber auch ein paar neue Gesichter, das scheint ja eine Supermischung zu sein fürs Netzwerken.

00:12:31: Der Branchen-Treff ist zugleich auch immer fester Veröffentlichungstermin für euer Printmagazintüringen.

00:12:36: kreativ.

00:12:37: Welche Rolle spielt das?

00:12:40: Das spielt eine riesengroße Rolle, also die Branchen treff und das Magazin ergänzen sich tatsächlich perfekt – es sozusagen eine ideale gegenseitige Verstärkung.

00:12:51: Beim Branchen Treff trifft man sich persönlich.

00:12:53: auf der einen Seite begegnet vielen Kreativen, die wir auch im Magazin vorstellen und kommt natürlich direkt ins Gespräch über ihre Arbeit, über ihre Ideen.

00:13:03: Und gleichzeitig zeigen sowohl Branchen-Treff als auch Magazin wie vielfältig, wie überraschend und auch wie relevant Kreativwirtschaft in Thüringen ist und wie wichtig diese Branche aber auch für Thüringern ist.

00:13:19: Beides zusammen ist deshalb eine sehr gute Gelegenheit den Kreatifstandort Thüringer immer wieder neu zu entdecken – und es lohnt sich auch weil das jedes Mal wieder anders.

00:13:28: Und wer Lust hat, diese Entdeckungsreise mitzuerleben.

00:13:31: Kurser Werbeblog.

00:13:32: am fünfundzwanzigsten Juni findet im Kontor Airford der nächste Branche-Treff statt und da veröffentlichen wir natürlich auch wieder die vierte Ausgabe unseres Magazins.

00:13:41: Thüringen kreativ das Magazin unserer Jahresthema in diesem Jahr zusammen.

00:13:47: Alle Informationen zur Anmeldung einfach auf www.thüringen-kreativ.

00:13:53: Na bar!

00:13:53: Wir verlinken Verlinkung auch noch mal in den Show Notes, könnt ihr auf jeden Fall dann nach dem Podcast nochmal in der Folgenbeschreibung sehen.

00:14:01: Wunderbar!

00:14:02: Das heißt das Magazin ist dort erhältlich auf dem Branchenkräf kreativ?

00:14:07: Wenn ich es richtig verstanden

00:14:08: habe... Ganz exklusiv die früheste Möglichkeit in das Magazinen rein zu sneaken ist am fünfundzwanzigsten Juni.

00:14:16: Das ist sehr gut.

00:14:18: Ich kann es nur empfehlen, die letzten Ausgaben sind immer sehr spannend gewesen und ich freue mich schon auf das neue Magazin.

00:14:25: Claudia, würdest du denn sagen dass aus solchen Begegnungen wie beim Branchentreff Vertrauen entsteht mit neuen Kontakten?

00:14:33: Und dass daraus später Zusammenarbeit wachsen kann?

00:14:36: Auf jeden Fall also kreativ schaffende unpotenzielle Auftraggebende persönlich und in lockerer Atmosphäre kennenzulernen.

00:14:42: Das schafft ja auch mir und Vertrauen.

00:14:44: Oder durch die Nähe entsteht dieses Vertrauen.

00:14:47: Und man kennt sich schon ein wenig und der Start für eine Zusammenarbeit bald fällt dann viel leichter.

00:14:51: Ja, alles klar!

00:14:53: Jetzt haben wir über den Austausch innerhalb der Kreativwirtschaft gesprochen?

00:14:57: Was passiert denn eigentlich wenn kreative mit ganz anderen Branchen zusammenarbeiten zum Beispiel mit Industrieverwaltung oder Handwerk?

00:15:04: Wie bei verschiedenen Kreativen unter sich ist es da ähnlich.

00:15:07: also unterschiedliche Perspektiven und hereingehen zweisend befruchten sich gegenseitig und schaffen neue Ideen die vorher undenkbar gewesen wären und scheinbar Unpassendes miteinander zu kombinieren.

00:15:18: Das ist auch eine typische Designmethode, Kreativitätsmethode aus dem Studium, die sollte jedermann ausprobiert haben weil dabei also man kann sich gar nicht vorstellen was dadurch entsteht das super hilfreich egal in welchem Kontext.

00:15:29: Ja,

00:15:30: d.h.

00:15:30: Man würde ja auch gar nicht unbedingt vermuten dass solche Branchen zusammenkommen zusammenarbeiten können und dann kommen da scheinbare sehr spannende Ergebnisse raus.

00:15:39: Ich denke es kommt auch daher an Projekte und Aufgaben herangeht.

00:15:45: Und da sind Kreative dann zum Beispiel eher die, die lösungsorientiert arbeiten wohin gegen im Handwerk wiederum sehr prozessorientiert gearbeitet wird.

00:15:54: Dadurch kann man so seine Kräfte frühzeitig sehr gut bündeln durch die gemeinsame Zusammenarbeit.

00:16:01: Ein Format der Tag ist das Crosslab wo genau diese Zusammenarbeit passiert?

00:16:06: Du hast daran auch schon teilgenommen!

00:16:10: Was war denn für dich in dieser Konstellation besonders ... Spannend oder auch überraschend?

00:16:17: Das Crosslip ist ja so aufgebaut, dass ein Unternehmen eine Herausforderung vorstellt und zwei Kreativstoffen mit diesem Unternehmen zusammen versuchen die Herausforderungen anzugehen.

00:16:27: Also dort ist dieser Perspektivwechsel richtig wertvoll.

00:16:31: der Blick von außen vor allem das ist jetzt nochmal kurzer Exkurs typisch im Informationsdesign, dass es immer gut ist möglichst wenig zu wissen und unbefangen zu sein.

00:16:41: Ja also mein erster Auftrag handelte sich um jüdische Rituale.

00:16:44: Ich hatte keine Ahnung davon und dadurch, dass ich aber diese Ahnung nicht hatte, konnte ich mich als Unbedarft in das Thema arbeiten und es genauso für diejenigen darstellen und verständlich machen, die selbst unbedarft sind.

00:16:57: Und so...

00:16:58: Nicht wissen als Ressource?

00:17:01: Genau!

00:17:02: So ähnlich hatte ich das Gefühl war das im Croslob auch.

00:17:04: Wir hatten eine Herausforderung angenommen wo wir uns erstmal rein denken mussten.

00:17:11: Aber gerade dieses frische freie Denken hat sehr viel Potenzial für wirklich Ideen, auf die man als derjenige im Unternehmen gar nicht mehr kommt.

00:17:19: Weil man vielleicht so schon somit heulklappen durch den Alltag läuft, weil man es einfach gewöhnt ist und keine Fragen mehr sich selbst stellt.

00:17:27: um nochmal auf meine Partnerin dort einzugehen.

00:17:30: Kreativpartnerin mit mir am Crosslap war auch die Medienkonsterin Franziska Burkhardt, die eine weitere tolle Herangehensweise mitbracht Bereich Coaching kam und sie betrachtete die menschlichen Prozesse und Hintergründe im Unternehmen.

00:17:44: Und betrachte jede Reaktion mit Verständnis für denden eigene Erfahrungen und Herausforderungen, also nochmal ein ganz anderer Ansatz.

00:17:51: Meine Seite, die visuelle, ihre eher diese menschlich persönlich psychologische, die wir auf jeden Fall auch gebraucht haben.

00:17:59: Also ich denke als Einzelperson kann man diesen Umfang der Expertise gar nicht mitbringen.

00:18:03: das passiert erst in der Zusammenarbeit.

00:18:06: Ich kann mir vorstellen, dass das anfangs dann erst mal so gerade wenn du sagst jüdische Rituale ein Thema mit dem man sich gar nicht auskennt.

00:18:13: Dass es erstmal sehr groß wirkt und man vielleicht denkt wie geht man jetzt daran?

00:18:20: Wann war für dich der Moment in dem Du festgestellt hast, wo das funktioniert?

00:18:25: und hier entsteht gerade was Neues, was Gutes?

00:18:29: Einfach durchs Tun, durch gute Erfahrungen machen.

00:18:31: also das würde ich auch jedem empfehlen diesen Mut zu haben den Schritt zu wagen auch im Bereich Positionierung.

00:18:39: Ich probiere das jetzt aus, es ist ja nicht verloren.

00:18:42: also man kann ja immer noch wieder zurückgehen einen Schritt zurück gehen und sagen okay das hat nicht funktioniert ich probier jetzt was anderes.

00:18:48: Also ich denke da sind wir oft sehr mit uns selbst beschäftigt haben das Gefühl alle schauen nur auf uns.

00:18:54: aber ich denke Da können wir viel lockerer mit uns umgehen.

00:18:58: Ja

00:18:58: es ist doch mal gar nicht

00:18:59: so.

00:19:02: Norman, warum bringt dir im Crosslab gezielt Kreativschaffende mit Unternehmen aus anderen Branchen zusammen?

00:19:08: Ein paar Punkte hat Claudia eben schon erwähnt.

00:19:11: Kannst du noch was ergänzen?

00:19:12: Genau das ist eine einfache Frage.

00:19:14: Wir machen das weil die Welt da draußen gerade ziemlich in Bewegung ist, weil wir Themen haben wie Digitalisierung, wie demografischer Wandel aber auch gesellschaftliche Spaltung technologischer Fortschritt, also KI quasi jetzt gerade die aktuelle Verschiebung.

00:19:28: Aber auch Herausforderungen wie Klimakatastrophe – all das stellt uns vor Fragen, die wir im Alleingang längst nicht mehr lösen können.

00:19:36: und gute Antworten entstehen meistens dann, wie Claudia es eben schon gesagt hat wenn maximal unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam nach den besten Lösungen suchen.

00:19:48: und Zusammenarbeit ist deshalb für eine der zentralen Zukunftskompetenzen, auf die wir nicht mehr verzichten können und auch nicht verzichten wollen.

00:19:58: Und genau hier kommen Kreativschaffende letztendlich auch ins Spiel.

00:20:01: Sie haben den Blick über den Tellerrand professionellisiert und genau diesen Blick sollten wir auch nicht aus den Augen verlieren.

00:20:07: Öffnen durch ihre Denk- und Herangehensweisen neue Möglichkeitenräume und letztendling befassen sie sich tagtäglich mit der Entwicklung neuer Ideen.

00:20:15: und genau deshalb bringen wir im Crosslab kreative ganz gezielt mit Unternehmen aus anderen Branchen zusammen, weil aus dieser Art von Zusammenarbeit oft irgendwie die spannendsten überraschendsten Lösungen entstehen.

00:20:29: Man kann auch in diesem Jahr beim Crosslab noch mitmachen.

00:20:32: der Bewerbungsprozess läuft.

00:20:33: also jedes Unternehmen was eine spannende Herausforderung hat und nicht aus der Kreativwirtschaft ist, kann sich mit einer Herausforderung bewerben und alle Kreativeschaffenden die Bock haben irgendwie einen interdisziplinären Prozessen mit maximal unterschiedlichen Perspektiven für dreieinhalb Tage zu schwitzen und mitzumachen, um die besten Lösungen zu streiten.

00:20:54: Bewerbt euch einfach!

00:20:55: Wir sind gespannt!

00:20:56: Wunderbar!

00:20:57: Und dreieinhalb Tage so lange würde es gehen.

00:21:00: das Crosslap ist ja auch ein überschaubarer Zeitraum.

00:21:02: Ja auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

00:21:04: Claudia würdest du denn sagen dass in solchen Konstellationen kreative eher Dienstleisterinnen oder eher SparringspartnerInnen auf Augenhöhe sind?

00:21:13: Auf jeden Fall Sparring Partner.

00:21:15: also hier gibt's keine Hierarchie im Crosslaps.

00:21:17: Hier leistet jeder, was er kann und weil er es möchte vor allem auch.

00:21:21: Und die Motivation ist groß gemeinsam, die Herausforderungen zu lösen.

00:21:25: Auch wenn man als Kreativschaffender am Ende des Tages nach Hause gehen könnte und sagen könnte das betrifft mich ja nicht.

00:21:31: Die Zusammenarbeit dort ist zu intensiv, als dass ein das kalt lassen würde.

00:21:34: also auf positiv Art und Weise.

00:21:36: Ja

00:21:36: okay hat sich deine Rolle im Crosslab anders angefühlt?

00:21:40: Als in einem klassischen Kundenprojekt?

00:21:43: Meine Rolle hat sich sogar viel leichter angefühlt als im klassischen Kundenprojekt, weil ich mich unterstützt gefühlt habe.

00:21:48: Es gab kaum Denkpausen, weil immer neue Ideen aus unseren unterschiedlichen Perspektiven eingebracht werden konnten.

00:21:56: Gut

00:21:56: und wenn du auf deinen Weg als Informationsdesignerin zurückschaust?

00:22:02: Welchen Rat würdest du jungen Kreativschaffenden geben die gerade überlegen wie sie ihren eigenen Weg finden können?

00:22:09: Wer gerade frisch aus dem Studium kommt, der unsere Leidenschaft vielleicht noch nicht gefunden hat.

00:22:14: Der darf meiner Meinung nach durchaus mit einem Bauchladen starten.

00:22:17: Das Berufsleben ist ja auch nochmal ganz anders als die Studienzeit Und eine Positionierung muss auch nicht unbedingt die Designbranche wie Informationsdesign oder ein Thema, wie Nachhaltigkeit betreffen.

00:22:28: Sondern kann auch bedeuten sich auf bestimmte Kundschaften wie zum Beispiel NGOs zu spezialisieren.

00:22:33: Ich denke da darf jeder die Erfahrung machen um alles einmal ausprobiert zu haben und zu wissen was ihm gut gefällt und mit wem er gerne zusammenarbeitet?

00:22:40: Ja

00:22:41: das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen Was hilft dabei die eigene Nische zu finden wenn es jetzt nicht so bei dir war?

00:22:45: es kannst du ja aus dem Inneren heraus.

00:22:48: Das heißt ausprobieren ist da wirklich eine der Lösungen?

00:22:52: oder was schlägt.

00:22:53: Genau, auf jeden Fall ausprobieren also sich auch die Erlaubnis zu geben spielen und experimentieren zu dürfen auch mal Fehler zu machen weil aus Fehlern wird das allermeiste ja und ich denke wenn man sich treu bleiben will dann ist es so ein bisschen wie beim Bücher schreiben oder bei Autorne sagt man immer Schreibt das was ihr wisst und wofür ich interessiert.

00:23:12: Wenn man sich selbst für etwas interessiert Was man tut dann fällt es nicht schwer sich treut zu bleiben.

00:23:16: Ja

00:23:17: okay Sehr schön, sagt Norman.

00:23:20: Wenn du Claudias Weg und ihre Haltung hörst, was nimmst du daraus für die Kreativwirtschaft insgesamt mit?

00:23:26: Was ich an Claudios Weg irgendwie super finde sehr stark finde ist man sieht wenn kreativ schaffende konsequent ihre Stärken schärfen sich klar positionieren was du gesagt hast bei dem bleiben, was sie am besten können und in der Regel auch am liebsten tun.

00:23:42: Und gleichzeitig auch noch über stabile Netzwerke verfügen, dann entsteht genau die kreative Kraft, die wir für einen starken Wirtschaftsstandort in Thüringen und in Deutschland

00:23:53: brauchen.".

00:23:54: Dann kann ich zusammenfassend für heute sagen, Spezialisierung braucht Netzwerk – und Netzwerk schafft Wirkung!

00:24:01: Ich danke euch, dass ihr euch Zeit genommen habt für dieses Gespräch

00:24:08: Tschüss!

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